Physik zum Anfassen: Der Mausefallenkatapult-Wettbewerb der E-Phase

„Physik ist trocken“ – dass es auch anders geht, bewies der gesamte Jahrgang 11 unserer Schule in einem besonderen Projekt. Im Rahmen des Physikunterrichts konstruierten die Schülerinnen und Schüler in Zweierteams eigene Mausefallenkatapulte. Die zentrale Herausforderung bestand darin, zwei Eigenschaften in einer einzigen Konstruktion zu vereinen: große Reichweite und hohe Präzision.

Von der Mausefalle zum Katapult

Als Grundlage der Konstruktionen diente jeweils eine Mausefalle. Bei der Auswahl der übrigen Materialien und bei der Gestaltung waren den Teams dagegen kaum Grenzen gesetzt. Ein Katapult, das besonders weit schießt, trifft nicht automatisch zuverlässig – und ein sehr präzises Modell erreicht nicht zwangsläufig große Distanzen. Die Teams mussten deshalb Hebelwirkung, Energieübertragung, Abschusswinkel und Flugbahn so aufeinander abstimmen, dass ihr Modell beide Aufgaben bewältigen konnte.

Die Katapulte mussten zudem so gebaut sein, dass sie sich für unterschiedliche Entfernungen einstellen ließen. Durch wiederholtes Testen und Optimieren suchten die Teams nach einem möglichst guten Kompromiss zwischen Reichweite und Präzision. Einige Gruppen konzentrierten sich vor allem auf eine zuverlässige und leistungsfähige Technik, andere nutzten die gestalterischen Freiheiten für besonders individuelle und kreative Modelle.

Auch die Dokumentation des Bauprozesses und die physikalische Begründung der konstruktiven Entscheidungen flossen in die Bewertung ein.

Schulentscheid

Nach den klasseninternen Wettbewerben qualifizierten sich die besten Teams aus den insgesamt zwölf elften Klassen für das Schulfinale in der Aula. Die gesamte Jahrgangsstufe verfolgte dort die Entscheidungen in den beiden Disziplinen. Obwohl jedes Katapult grundsätzlich sowohl Reichweite als auch Präzision beherrschen musste, traten die qualifizierten Teams im Finale jeweils in der Disziplin an, in der ihre Konstruktion zuvor besonders überzeugt hatte.

In der Disziplin Reichweite setzte sich die Klasse 11-01 durch. Ihr Katapult beförderte das Geschoss über eine Entfernung von mehr als 15 Metern und sicherte sich damit den Sieg.

Nicht weniger eindrucksvoll verlief das Finale in der Disziplin Präzision. Die Entscheidung wurde als Ausscheidungswettbewerb ausgetragen: Solange ein Team die Zielkiste traf, blieb es im Wettbewerb; wer zuerst verfehlte, schied aus. Die Klasse 11-05 bewies dabei außergewöhnliche Treffsicherheit und traf die Kiste mehr als 20-mal hintereinander.

Lernen mal anders

Das Projekt bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, physikalische Inhalte nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern unmittelbar praktisch anzuwenden. Beim Planen, Bauen, Testen und Verbessern wurde sichtbar, wie stark bereits kleine Veränderungen an einer Konstruktion deren Reichweite und Genauigkeit beeinflussen können.Gleichzeitig förderte das Projekt Kreativität, Teamarbeit und technische Problemlösefähigkeit. Der abschließende Wettbewerb sorgte zusätzlich für Spannung und zeigte: Physik wurde hier nicht nur berechnet, sondern gebaut, getestet und durch die Aula geschickt.

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