Jugend Aktiv

Teilnahme am Förderprogramm von Jugend Aktiv e. V.
Lea Hirn und Tim Achtert – beide besuchen derzeit die 13. Klasse am LOG – ergriffen die Chance zur Teilnahme am bundesweiten Förderprogramm des Vereins Jugend Aktiv. Das Programm, welches im Laufe des ersten Schulhalbjahres 2019/20 durchgeführt wurde, richtete sich an hochbegabte Schülerinnen und Schüler des aktuellen Abijahrgangs. Mehrere Schulen des Main-Kinzig-Kreises beteiligten sich an diesem Konzept der Hochbegabtenförderung. Am LOG Bruchköbel wurde das Programm von Oberstudienrat R. Rosenmaier koordiniert. Die von Lea Hirn und Tim Achtert verfassten Berichte bieten einen guten Einblick in die Aktivitäten und Erfahrungen, die mit diesem Projekt verbunden waren.

Erfahrungsbericht 1:
Auf das Förderangebot von Jugend Aktiv stieß ich erstmals durch die Informationsveranstaltung von Herrn Roland Lacher an unserer Schule. Zur Teilnahme war nach dem Vorschlag durch die Schulleitung eine schriftliche Bewerbung nötig. Nach Erhalt der Zusage teilte man uns die ersten drei Termine mit. Der erste Termin war das Startertreffen, bei welchem zunächst der Verein und seine Ziele vorgestellt wurden und sich die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennen lernen konnten. In der zweiten Hälfte folgte ein zweistündiger Intelligenz- und Begabungstest. Mithilfe der Resultate konnten wir später das Bild unserer Stärken und Schwächen abgleichen und gegebenenfalls korrigieren. An dem zweitägigen Rhetorikseminar, das einige Wochen später folgte, konnte ich leider nicht teilnehmen, doch wurde mir von den anderen Teilnehmenden nur Positives berichtet. Zuletzt schloss sich noch ein Zeitmanagementseminar an, welches uns dabei helfen sollte, besser Prioritäten zu setzen und realisierbare Pläne zu entwickeln. Hierfür stellte man uns verschiedene Methoden vor, von denen sich einige für mich bereits als äußerst nützlich erwiesen haben, besonders für den Lernplan vor dem Abitur.
Kurz vor diesem letzten Seminar erhielten wir die von Herrn Lacher vorgenommene Zuordnung der Coaches, die uns in persönlichen Gesprächen bei unserer Entscheidung für ein passendes Studium unterstützen sollten. Mein Coach wurde Prof. Dr. Jens Brandt, der bereits den Intelligenztest durchgeführt hatte. Das Treffen fand Ende Januar 2020 in Frankfurt statt. Da ich bereits eine sehr genaue Berufsvorstellung mitgebracht habe, konzentrierte er sich auf die kritische Überprüfung derselben und sprach mögliche Faktoren an, die im Laufe des Studiums und Berufslebens zu Schwierigkeiten führen könnten. Auf diese Weise konnte ich selbst sicherstellen, dass ich meine Entscheidung gut durchdacht habe. Er gab mir außerdem einige Tipps, wie man seine eventuell vom Studienfach stark abweichenden Interessen weiterverfolgen könnte.
Dieses Gespräch habe ich protokolliert, um es auch in den nächsten Jahren noch rekapitulieren zu können. Je nach Bedarf können noch weitere folgen. Insgesamt hat mich das Förderprogramm von Jugend Aktiv und besonders das persönliche Coachinggespräch in meiner Berufswahl sehr bestärken können und ich kann mir nun sicher sein, die richtige Studienwahl getroffen zu haben.
Lea Hirn

Erfahrungsbericht 2:
Jugend Aktiv e.V. ist eine Organisation zur Förderung von besonders begabten bzw. hochbegabten Schülern. Diese Teilnehmer kommen aus lokalen Schulen der Oberstufe. Motivationsgrund ist es, „starke Menschen” weiter zu stärken und uns Teilnehmer von Irrwegen und Studienabbrüchen zu bewahren. Die Studienberatung im Allgemeinen ist ein großes Thema. Zusätzlich soll uns beigebracht werden, wie wir in jede gewünschte Spitzenposition gelangen, durch Redestrategien, Interviews und Networking. Jugend aktiv wird durch die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder und durch die Kooperation mit Unternehmen/Unternehmern am Leben gehalten. Für besagte Förderung bietet Jugend Aktiv vier Grundpfeiler: Einen Intelligenz- und Begabungstest (Standard IQ-Test, de facto), ein Rhetorikseminar, ein Zeitmanagementseminar und ein persönliches Coaching.
Interessant war hierbei vor allem das Coaching. Hierfür wurden uns von unserem Verbandsleiter der Kreisorganisation (Herr Lacher) unsere Coaches verkündet. Jeder Coach erhielt drei „Schützlinge”, die er in die „Spezialitäten” der Lehrweise á la Jugend Aktiv einführte. Das erste Treffen mit unserem Coach fand von Angesicht zu Angesicht statt, während alle folgenden Gespräche per Telefonat durchgeführt wurden, die jedenfalls bei mir etwas über eine Stunde dauerten. Hier ein Auszug aus meinem ersten Protokoll:
„Am 30.11.2019 fand das erste Coachingtreffen mit meinem Coach, Herrn Lothar Mehl, in dem Hotel Villa Stokkum – Best Western in Hanau-Steinheim, statt. Der Fokus dieses ersten Treffens basierte auf dem gegenseitigen Kennenlernen von Coach und Schützling. Das Treffen fing offiziell mit einer Personeneinschätzung an, die normalerweise auf den Eindrücken der ersten zwei Minuten beruhte. Es folgten eine breit gefächerte Einschätzung und Kommentare über meine Person. Thematisiert wurden hierbei Themen wie meine Haltung, Motivation, allgemeine charakterliche Tendenzen, ob ich einschneidende Erlebnisse hatte und meine Familiendynamik. Zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass schätzungsweise 95% seiner Aussagen korrekt waren. Er erklärte mir daraufhin den Hintergrund seiner Einschätzungs- und Analysefähigkeiten durch seine Menschenkenntnis, die er im Laufe seiner Karriere erhalten hat (…)”
Apropos Protokoll; nach jedem Treffen schrieb der Schützling ein Protokoll über das Geschehene und Besprochene und erhielt je nachdem verschiedene Aufgaben für das nächste Gespräch. Als Beispiel: Meine erste Aufgabe bestand darin, mir ein Raster anzulegen mit Organisationen, die mir sympathisch erscheinen, und dies über die nächsten Monate regelmäßig zu bewerten.
Ich konnte von großem Glück sprechen, Herrn Mehl als meinen Coach zu haben, da er als Vorstand und Gründer nicht nur beeindruckende Kompetenzen mitbrachte, sondern zugleich auch sehr engagiert war. Tatsächlich traf ich meinen Coach ganze acht Mal – im Vergleich zu den durchschnittlich drei Malen in der gleichen Zeit bei den anderen. Zusätzlich konnte man mit seinem Coach durchaus persönliche Themen besprechen und neue Themen in die Gespräche einbringen. Also: Wenn ihr ein Anliegen habt – sprecht darüber. Euer Jugend Aktiv-Coach kann euch bei vielen Dingen helfen und euch ein offenes Ohr leihen.
Ich kann definitiv das Jugend Aktiv-Programm empfehlen. Wenn noch Fragen bestehen, kann ich sie gerne beantworten.
Tim Achtert

Das Foto entstand anlässlich der Urkundenverleihung auf der Abschlussveranstaltung, die am 21.02.2020 in den Tagungsräumlichkeiten des Druck- und Pressehauses Naumann in Gelnhausen stattfand. Von links: OStR R. Rosenmaier, Tim Achtert, Lea Hirn.

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