Besuch im Frankfurter Goethe-Haus

Ein Brunnen, zwei Kerzen, drei Leiern
11-3 besucht Frankfurter Goethe-Haus

Mit sechs Jahren wohnte er auf einer Baustelle. Das Haus am Frankfurter Großen Hirschgraben, in dem er geboren wurde, ließ sein Vater 1755/56 umbauen: repräsentativer sollte es werden, dem Stande angemessen. Hinzu kam ein neu gestaltetes Familienwappen über dem Eingang, auf dem gleich drei Leiern eine enge Verbundenheit mit den schönen Künsten zeigten. Fortan lebte der 1749 geborene Johann Wolfgang Goethe im Haus mit den drei Leiern. Schülerinnen und Schüler der Klasse 11-3 des Lichtenberg-Oberstufengymnasiums Bruchköbel besuchten nun sein Geburtshaus im Rahmen ihres Deutschunterrichts.
Als gute Freunde der Goethes durfte die Klasse direkt in die Blaue Stube eintreten; geringer eingestufte Gäste wurden zunächst in der Gelben Stube platziert, so die Gästeführerin. Davon, dass Goethes im wahrsten Sinne des Wortes gut betucht waren, zeugten neben einem eigenen Brunnen zwei Frankfurter Schränke, in denen Bettwäsche gelagert wurde. Seinerzeit war sie ein Zeichen für Wohlstand und Goethes besaßen so viel, dass sie nur dreimal pro Jahr waschen mussten. Als Bürgerliche wiesen sie bei Dunkelheit zwei Kerzen in der Laterne aus; einfache Stadtbewohner durften lediglich eine mit sich führen, Adelige drei.
In der Bibliothek unterrichteten der Vater und Hauslehrer Goethe und seine Schwester. „Auch wenn Goethes Vater sie dadurch vor allem besser verheiraten wollte, finde ich gut, dass sie nicht nur Klöppeln lernen musste“, hieß es aus der Klasse. Und weiter: „Ich kann mir gut vorstellen, wie Goethe und seine Schwester lieber draußen gespielt hätten, als hier mit ihrem strengen Vater zu lernen.“
Insgesamt zog die Klasse ein positives Fazit vom Besuch. „Es war interessant, mehr über Goethes Familie, Kindheit und Jugend zu erfahren.“

Schülerinnen und Schüler der 11-3 finden heraus, wie das Puppentheater funktionierte, das dem vierjährigen Johann Wolfgang Goethe früh kreativ werden ließ.