Und abends ins Theater
LOG auf Theaterexkursion im Staatstheater Mainz
Zu einer Aufführung von Heinrich von Kleists Lustspiel „Der zerbrochene Krug“ fuhren die Deutsch-Leistungskurse von Nadja Kuhl und Jan Plaumann des Lichtenberg-Oberstufengymnasiums/Bruchköbel dieser Tage ins Staatstheater Mainz.
Nachdem die Anreise mit Bahn und Bus bzw. mit dem privaten PKW geglückt und alle Schülerinnen und Schüler pünktlich am Theater in Mainz eingetroffen waren, wartete nach der im Staatstheater üblichen Stärkung mit Brezeln und Kaltgetränken ein kurzweiliger Theaterabend auf die Teilnehmenden.
Da das Stück den Schülerinnen und Schülern als fester Bestandteil der Lektüreliste für das Abitur bereits bekannt war, konnten sich diese umso stärker auf die Besonderheiten der Aufführung konzentrieren. Denn die Regisseurin Kathrin Mädler hatte in ihrer Inszenierung aus dem Jahr 2024 konsequent einen -im Stück durchaus angelegten- feministischen Ansatz verfolgt: Über der Bühne leuchtete zu Beginn ein frauenverachtendes Zitat des US-Präsidenten Donald Trumps auf, das am Ende als Ausdruck weiblicher Selbstbestimmung, also abgewandelt, erneut erschien. Dazwischen lag die auf 95 Minuten komprimierte Handlung rund um den korrupten und zudringlichen Dorfrichter Adam und sein „Opfer“, die junge Eve. Letzterer gelingt es, sich gegen die Zudringlichkeit des Dorfrichters zu wehren und sich vor Gericht gegenüber dessen Drohungen und Einschüchterungsversuchen zu behaupten, indem sie ihn letztlich als den wahren Verursacher des zerbrochenen Kruges (und des damit verbunden Vergewaltigungsversuchs) öffentlich benennt. Dabei klagt sie jedoch nicht nur den Dorfrichter selbst an, sondern indirekt auch ihren Verlobten Ruprecht, von dessen mangelnden Vertrauen in ihre Treue sie sich tief enttäuscht und verletzt zeigt.
Den Konflikt akzentuierte die Regisseurin zusätzlich, indem sie konsequent die Männerrollen im Stück mit weiblichen Darstellerinnen besetzte. Lediglich Dorfrichter Adam und Ruprecht wurden von Männern dargestellt. Auch das Bühnenbild, eine großangelegte, mehrstufige Treppe, diente der Kernaussage, indem es das geschlechtsspezifische Machtgefälle unterstrich. Die Schülerinnen und Schüler reagierten durchweg positiv auf die doch recht moderne Inszenierung, die dem Lustspielcharakter des Stücks eine sehr ernste Note verlieh, – wie auch auf die Exkursion nach Mainz insgesamt.


